Vom 15. – 25. Juli 2024 fand beim Durchgangsheim an der Häberlinstrasse 19 in Frauenfeld das Projekt "Bilder sagen mehr als 1000 Worte" statt. Gemeinsam mit drei Künstlerinnen und einem Künstler der NGO Cup of Color wurden ein Kunstwerk an der Aussenfassade kreiert. Ziel des Projekts war, das Vertrauen in die Gemeinschaft zu stärken. Durch die freiwillige Partizipation sollten die Bewohnenden des Durchgangsheims zudem Selbstwirksamkeit erfahren und ihr Selbstwertgefühl steigern. Ein weiteres Ziel war es, mittels kunsttherapeutischer Ansätze traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Der Schaffensprozess soll Gefühle und Emotionen in etwas Konkretes, nämlich ein Wandbild umwandeln.
Das Projekt begann mit einem Workshop zum Thema "Zuhause". Bewohnende konnten freiwillig mit den Künstlerinnen und dem Künstler ihr Zuhause oder was für sie ein Zuhause ausmacht, auf Papier bringen. Dabei entstanden viele farbenfrohe Entwürfe. Aus den Skizzen entstand anschliessend durch das Cup of Color Team ein stimmiges Bild. Die Idee hinter dem Thema "Zuhause" ist, während der Zeit im Durchgangsheim den Bewohnenden die Hoffnung eines sicheren Zuhauses zu geben.


Die beiden Aussenfassaden sollen auf der einen Seite das Zuhause der Bewohnenden widerspiegeln, andererseits ihnen einen Platz bieten, ihr eigenes Zuhause zu verewigen. Mit Kreide, Pinseln, Klebeband und jeder Menge Farben ging es bereits an Tag 3 mit dem Bemalen der Fassaden los. Die Anzahl freiwilliger Teilnehmenden nahm stetig zu. Es wurde gemeinsam gekocht, gegessen, getanzt und vor allem gemalt. Die Bewohnenden unterstützen sich, bestärkten einander und animierten sich gegenseitig mitzumachen. Es scheint, dass die Gemeinschaft stärker zusammengerückt ist.
Ein Teil der Fassade diente der freien Verwirklichung für die Bewohnenden. Sie sollten ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Ein der teilnehmenden Bewohnenden malte singend sein Basketballfeld und erzählte dabei seine Geschichte, wie es früher auf dem Basketballfeld Zuhause war. Ein anderer Bewohnender malte das Haus seiner Familie mit seiner Mutter, er vermisst sie. Auf den Fassaden des Durchgansheims sind nicht nur verschieden Zuhause zu sehen, auch die verschiedenen Geschichten und Gefühle unserer Bewohnenden ist darauf verewigt.

Ein grosses Dankeschön gilt dem Team von Cup of Color, das in kurzer Zeit mit den Bewohnenden ein Kunstwerk geschaffen hat und mit der Halbierung der Kosten, dieses Projekt erst möglich gemacht hat. Zudem danken wir der Jubiläums-Stiftung der Thurgauer Kantonalbank, dem Kulturamt Thurgau und der Kollekte von Anna Holenweger Hof Speicher, verfügt durch Rolf Stocker, die das Projekt finanziell ermöglicht haben.